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Max-Planck-Schüler zu Besuch in der Konzernzentrale der HSE in Darmstadt Diskussion mit dem Vorstandsvorsitzenden Albert Filbert
geschrieben von Janina Bartkewitz, Lisca Dogan und Angelika Jarek
LK PoWi Q1 (Lehrerin: Schrader)
Am Mittwoch, den 02. November 2011, von 10- 13 Uhr waren 13 Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Politik und Wirtschaft der Jahrgangsstufe Q1 (früher Klasse 12) mit ihrer Lehrerin, Frau Schrader, in der Hauptstelle der HSE in Darmstadt eingeladen zu einem Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der HSE, Herrn Albert Filbert. Die Schülerinnen und Schüler hörten zunächst ein Impulsreferat von Herrn Filbert, zu dem er eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet hatte, und stellten dann Fragen, die Herr Filbert beantwortete. Nach diesem offiziellen Teil wurde die Gruppe des Max-Planck-Gymnasiums im Konferenzraum zu einem Imbiss eingeladen und hatte die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch. Gegen 13 Uhr trat der Leistungskurs Politik und Wirtschaft ausgerüstet mit viel Informationsmaterial den Rückweg in die Schule an zum Nachmittagsunterricht.
Der Energiekonzern HSE ist ein mittelständisches Unternehmen, das sich um die Energieversorgung im Raum Südhessen kümmert, und einer der acht größten Regionalversorger in Deutschland. Die HSE ist entstanden aus der ehemaligen Hessischen Elektrizitäts AG (HEAG) und der Südhessischen Gas- und Wasser- AG.
Der Konzern hat sich für eine nachhaltige Energieerzeugung entschieden und vertreibt seit 2007 keinen Atomstrom mehr. Zusammen mit der Tochtergesellschaft „Entega“ versorgt die HSE Kommunen sowohl mit Strom als auch mit Erdgas, Trinkwasser und Wärme und kümmert sich um die Entsorgung. Ein weiteres Aufgabenfeld des südhessischen Betriebs sind technische Dienstleistungen wie z.B. die Energie(spar)beratung der Kunden und die Abrechnung verbrauchter Energie.
„Die HSE macht jährlich einen Umsatz von ca. 3,7 Milliarden Euro, davon wird sie bis 2015 ca. 1 Milliarde Euro in regenerative Energien investiert haben, um Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen“, erklärte Albert Filbert, der Vorstandsvorsitzende der HSE, den Gästen vom Max-Planck-Gymnasium und erläuterte die Aufgabenbereiche des Konzerns HSE und das Konzernziel der Nachhaltigkeit.
„Der schonende Umgang mit Ressourcen und der Einsatz von innovativen Techniken ermöglichen eine nachhaltige Energieversorgung“, erläuterte Albert Filbert. Das Motto der HSE ist der „Strategische Dreiklang“: Vermeiden, Vermindern und Kompensieren von CO2.
Heute stammen ca. 80 % des in der BRD produzierten Stroms aus Atom-, Gas- und Kohlekraftwerken. Bis 2050 sollen 80 % des produzierten Stroms aus regenerativen Quellen gewonnen werden. Biogasanlagen werden nach Auffassung von Herrn Filbert keine große Rolle spielen bei der Energieversorgung, da die Ackerflächen in der BRD bereits intensiv genutzt werden und kaum weitere Flächen gewonnen werden können für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen zum Betreiben der Biogasanlagen. Herr Filbert betrachtet für die BRD die Windkraft als besonders vielversprechende regenerative Energiequelle. Ein Problem ist jedoch die Nichtkalkulierbarkeit der in einem bestimmten Zeitraum aus z.B. Sonnen- und Windkraft gewonnenen Energiemenge. Um die Energieversorgung sicherzustellen, müssen deshalb konventionelle Kraftwerke, z.B. Gaskraftwerke, weiterbetrieben werden. Die HSE entwickelt im Moment eine Gasturbine, die in wenigen Minuten einsatzbereit ist, um Spitzen in der Energienachfrage abzudecken.
Ein weiteres Problem ist, dass die aktuelle Produktion von regenerativer Energie z B. durch Solar- und Windkraftanlagen zeitweise viel größer ist als der aktuelle Verbrauch. Deshalb müssen bessere Speichermedien entwickelt werden als sie heute auf dem Markt sind, die die „überschüssig“ vorhandene Energie bei starker Sonneneinstrahlung und starkem Wind, wenn gerade wenig Energie abgerufen wird von den Verbrauchern, speichern, bis die Nachfrage nach Energie wieder steigt, z.B. am Abend.
„Diese Entwicklungsphase wird noch ca. 30-40 Jahre andauern“, betonte Albert Filbert und ergänzte, „Die Energiewende beinhaltet aber große Chancen für den Export. Wenn wir dabei gute Produkte generieren wie z. B. effektive Speichermedien oder intelligente Haushaltsgeräte, könnte die BRD eine Vorreiterrolle bei der Energiewende einnehmen.“
Der Vorstandsvorsitzende der HSE verwies auf die Bedeutung des EEG (Erneuerbare Energien-Gesetz) und gab den Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Politik und Wirtschaft eine Fülle von Informationen über Perspektiven der Energieversorgung in der Zukunft mit auf den Weg.
Der Besuch bei der Hauptgeschäftsstelle der HSE in Darmstadt am 02.11.2011 war für den Leistungskurs Politik und Wirtschaft eine gelungene Veranstaltung, die Impulse gab für den Unterricht und darüber hinaus. Dafür bedankten sich die Schülerinnen und Schüler bei dem Vorstandsvorsitzenden der HSE, Herrn Albert Filbert.
Die HSE stellte freundlicherweise ein Gruppenfoto zur Verfügung, auf dem Herr Filbert zu sehen ist.
Foto: HSE