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„Russia smiles“ - Radio-Medienprojekt mit russischen Jugendlichen aus der hessischen Partnerstadt Jaroslawl in Russland Öffentliche Präsentation der Ergebnisse am 6.12. 2011 um 19.30 Uhr im Max-Planck-Gymnasium in Groß-Umstadt


„Nur wenn wir die Dinge selbst anpacken, werden wir sie auch ändern!“, sagt Natalia Bagrova, Leiterin der Deutsch-Russischen Begegnungsstätte in Jaroslavl beim Empfang der Schülergruppe, die sich für das außergewöhnliche interkulturelle Bildungsprojekt gemeldet hat. Lächelnd formuliert sie ihre engagierte Grundhaltung, die sozialen Wandel nicht primär von der politischen Führung erwartet, sondern von den Bürgern selbst, die Probleme thematisieren und sich für deren Lösung einsetzen. Aufgrund der positiven Berichte des vergangenen Jahres musste am Max-Planck-Gymnasium für das aktuelle Radio-Medien-Projekt mit russischen Jugendlichen nicht lange geworben werden. Auf Anhieb war die Gruppe von 12 Teilnehmern komplett, die sich für das landesweit ausgeschriebene außerschulische Bildungsprojekt der Akademie für soziale und politische Bildung in Heppenheim - Haus am Maiberg - interessierten. Nach einem erfolgreichen „Briefing“ durch die Veranstalter konnten die Visa-Anträge gestellt und der Flug nach Moskau gebucht werden. Von der Hauptstadt Russlands hatte man schon manches gehört und gelesen, wusste von Putin und Medwedjew, Kreml und Mosqua. Aber wo lag Yaroslavl? Wie würde es dort aussehen? „Keine Ahnung!“ oder „Noch nie gehört“ lautete immer wieder die knappe Antwort auf diese Fragen, bis der Satz wie ein Lauffeuer die Runde machte: „Ich hab’s ‚gegoogelt’“. Schnell wurden ein paar Charakteristika ausgetauscht „noch im europäischen Teil Russlands“, „knapp 300 km nordöstlich von Moskau“, „an der Mündung des Flusses Kotorosl in die Wolga gelegen“. Damit konnte man vorerst leben und noch besser, als sich auch ein Foto der Unterkunft im „Web“ fand, sicherlich auch in idyllischer Lage mit Blick auf die Skyline der von Zwiebeltüren geprägten Metropole am Goldenen Ring, einer Gruppe altrussischer Städte nordöstlich von Moskau. Die Informationen in der Vorbereitungsveranstaltung bekräftigten die Entschlossenheit der Gruppe, sich den Herausforderungen zu stellen. „Russia smiles“ - der Titel des Projekts wirkte freundlich und motivierend: der russische Bär fletscht nicht die Zähne und zeigt auch nicht seine Krallen, sondern lächelt. Diesen sympathischen Eindruck vermitteln auch die jungen russischen Projektteilnehmer. Die Kommunikation erfolgte auf Englisch, eine verlässliche Basis! Der sehr ähnliche Musikgeschmack tat sein Übriges, ganz zu schweigen vom mittlerweile offenbar universell gewordenen Streben ständiger Erreichbarkeit im globalen Netz. Während die Beschriftung in den Metro-Stationen Moskaus das Thema „Sprachschwierigkeiten“ deutlich in den Vordergrund rückte, waren später im Umgang miteinander sämtliche Zweifel verflogen. Aufgeschlossen und zielorientiert wurde die Produktion von Radiobeiträgen in Angriff genommen. Nach kurzer Diskussion in den Arbeitsgruppen wurden die Themen der journalistischen Recherche gefunden: Wie verbringen Menschen in Russland den Sonntag? Was kennzeichnet ihren Alltag? Welche Lebensträume haben sie? Die Arbeitsergebnisse wurden in Bild-, Text und Tondokumenten festgehalten, journalistisch aufbereitet und zu fertigen Radiobeiträgen mit Originalzitaten weiterverarbeitet. Mehrere Sponsoren zeigten Interesse an der Studienbegegnung und stellten Mittel zur Verfügung, u.a. die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, das Jugenddepartment Jaroslawl und das Hessisches Sozialministerium. Die aus der gemeinsamen Projektarbeit entstandenen Berichte, Reportagen und Interviews konnten bereits gegen Ende des Aufenthalts in Jaroslavl öffentlich vorgestellt werden. Die entsprechende Präsentationsveranstaltung in der Max-Planck-Schule findet am Dienstag, den  6. Dezember um 18.00 Uhr in der Mediathek - Realschulstraße 9 - statt.

Franz Zoth