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Faszination Umwelttechnologie - Patrizia Diehl forschte beim 10. Erfinderlabor in Hanau

 Das Zentrum für Chemie (ZFC)  mit Sitz im südhessischen Bensheim organisierte zum zehnten Mal das Erfinderlabor für hochbegabte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 bis 13. Es fand vom 23. bis 27. Januar 2012 in Hanau und Rüsselsheim statt. Mit dabei waren 16 junge Forscher aus ganz Hessen, die nach strengen Leistungskriterien unter knapp 140  qualifizierten  Bewerbern  aus  57  hessischen  Schulen  ausgewählt  und eingeladen wurden.

Für  die  Max-Planck-Schule  in  Groß-Umstadt  war  Patrizia  Diehl  beim Erfinderlabor  dabei .  Die  Ausnahmeschülerin  wurde  aufgrund  weit überdurchschnittlicher  Leistungen  im  Bereich  Naturwissenschaften für die fünftägige Projektwoche vorgeschlagen. 
 
 
Das  ZFC  Erfinderlabor  greift  Themengebiete  auf,  die  im  Schulunterricht nicht oder nur partiell behandelt werden. Die Teilnehmer arbeiten eine Woche lang in Teams in Labors von Hochschulen und lernen exklusiv weltweit agierende Unternehmen kennen. 
 
 Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich beim 10. Erfinderlabor mit der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Sie gilt als der Hoffnungsträger  im Bereich einer umweltgerechten  Energieversorgung  beispielsweise in der Hausenergie, bei portablen Anwendungen sowie bei der Elektromobilität. 
 
Führende Autohersteller wie Opel werden ab 2015 erste Modelle in Serie fertigen, die mit Wasserstoff betrieben werden und kein Kohlenstoffdioxid mehr ausstoßen.

 "Das   Erfinderlabor   hat   Räume   geöffnet,   um Forschergeist    frei  ausleben  zu  können."  Die  Hessische  Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) zeigte sich hoch beeindruckt von den Leistungen der    Oberstufenschüler,    die    sich    eine    Woche    intensiv    mit    dem zukunftsweisenden  Thema  Wasserstoff-  und  Brennstoffzellentechnologie
auseinandergesetzt  haben.  Im  Rahmen  der  Abschlussveranstaltung  am
Hanauer  Standort  des  Materialtechnologiekonzerns  Umicore  betonte  die
Staatsministerin, dass die Teilnehmer eine "einzigartige Chance" glänzend
genutzt haben.
Ein großes Lob der Ministerin galt dem Veranstalter dieses praxisbetonten
Workshops:  Zum  mittlerweile  10.  Mal  hatte  das  Zentrum  für  Chemie
(ZFC) mit Sitz im südhessischen Bensheim 16 hochbegabte Schülerinnen
und  Schüler  aus  über  140  qualifizierten  Kandidaten  ausgesucht,  um  im
Labor zu zeigen, was in ihnen steckt. "Es geht um eine gezielte Förderung
von   Talenten   und   eines   praxisorientierten   Unterrichts",   erläutert   Dr.
Thomas Schneidermeier, Leiter des Zentrums für Chemie. Darüber hinaus
soll das Interesse an naturwissenschaftlichen Themen geweckt werden. 
Die positive Resonanz der Teilnehmer offenbart den hohen Anspruch und
die  umfassenden  Herausforderungen  im  Rahmen  des  Erfinderlabors,
unterstreicht   aber   auch   die   seltene   Chance   des   eigenständigen
wissenschaftlichen Arbeitens auf Augenhöhe mit Experten. Für die Schüler
war  es  eine  aufregende  Woche  mit  vielen  neuen  Eindrücken  und  einer
kreativen   Freiheit,   die   im   Schulunterricht   aufgrund   der   begrenzten
räumlichen und zeitlichen Ausstattung unmöglich ist. 
 
"Man    hat    die    Gelegenheit    zum    aktiven    Forschen    in    einem
hochinteressanten    Themenbereich",    kommentiert    Lukas    Kuhl    vom
Wolfgang-Ernst-Gymnasium  in  Büdingen.  Die  kreative  Teamarbeit  mit
anderen   talentierten   Jungforschern   war   für   Miriam   Gorr   aus   dem
Oberstufengymnasium  in  Eschwege  eine  der  wesentlichen  Erfahrungen
beim  Erfinderlabor:  "Das  selbstständige  Arbeiten  in    dieser  Qualität  ist
absolut  außergewöhnlich",  so  die  Schülerin  kurz  vor  dem  mit  Spannung
erwarteten Abschluss des Erfinderlabors. 
 
In  Vierergruppen  haben  die  Schüler  –  in  einem  engen  Zeitrahmen  –  ihre
Abschlusspräsentationen         vorbereitet.         Im         Zentrum:  

Die Wasserstoffgewinnung    durch    Elektrolyse    und    der    Betrieb  von
Brennstoffzellen.   Die   Jungforscher   wollten   wissen,   unter   welchen
Bedingungen    die    Elektrolyse    und    eine    Brennstoffzelle    optimal
funktionieren.  Dabei  ging  es  vor  allem  um  die  Effizienz  im  Vergleich  zu
anderen   Technologien,   um   genaue   Funktionsweisen   und   effektive Wirkungsgrade. Mit Ausdauer, Know-how und viel Hirnschmalz haben sich die   Teams   auf   unterschiedlichen   Lösungswegen   Richtung   Ergebnis durchgeschlagen. Und dabei mehr als eine Hürde genommen. "Forschung dauert  länger,  als  man  glaubt",  bilanziert  Franziska  George  aus  der Geschwister-Scholl-Schule    in    Melsungen.    "Aber    sie    macht    einen
Riesenspaß!" 
Sina Manger (Musterschule Frankfurt) und ihr Teamkollege Dennis Bepler aus der Goetheschule in Wetzlar kommen zu dem Schluss: "Wir haben es mit einer Zukunftstechnologie zu tun, in die aber noch viel Forschung und Entwicklung investiert werden muss." 
Die  Jury  mit  Vertretern  aus  Forschung  und  Wissenschaft,  aus  Wirtschaft
und Hochschule war von allen vier Präsentationen stark beeindruckt. Die Zuhörer erlebten lebendige, fundierte und sehr plastische Vorträge. Bei der Wahl zum besten Beitrag fiel eine Entscheidung denkbar schwer. "Es geht um  Kreativität,  Verständlichkeit  und  inhaltliche  Tiefe",  so  Dr.  Thomas Schneidermeier über die Kriterien der Jury. "Wir sehen die Präsentation als spielerisches  Finale  ohne  Konkurrenzdruck  innerhalb  der  Gruppen."    Die
Sieger  (Team  4)  freuten  sich  über  ein  einwöchiges  Praktikum  beim Unternehmen  Solvicore,  eine  Tochter  des  Umicore-Konzerns,  der  im Bereich  Forschung,  Entwicklung  und  Produktion  von  Bauelementen  für Brennstoffzellen  tätig  ist.  Die  Forschungsergebnisse  wandern  übrigens nicht   in   die   Schublade.   Was   die   Schüler   herausbekommen   haben, interessiert auch die Hochschule, wie Prof. Birgit Scheppat erklärt.  Die  Organisatoren  des  ZFC  waren  mit  dem  Ablauf  des  Erfinderlabors vollauf  zufrieden.  Die  Nachwuchsforscher  aus  ganz  Hessen  gingen  mit Engagement,  Neugier  und  Kreativität  zur  Sache.  "Angesichts  dieses Projekts  blicke  ich  zuversichtlich  in  die  Zukunft  Deutschlands",  so  die Kultusministerin  im  Gespräch  mit  den  jungen  Leuten.  Sie  hatten  die Möglichkeit,  in  einem  authentischen  Kontext  unter  Laborbedingungen
hautnah  die  Faszination  von  Umwelttechnologie  erleben  zu  können.    Für
die  Staatsministerin  ist  das  Erfinderlabor  "ein  gelungenes  Beispiel  für  die
professionelle  und  deshalb  erfolgreiche  Zusammenarbeit  von  Schule,
Hochschule und Wirtschaft. Es stehe dem Land Hessen sehr gut". Durch
die Partnerschaft würden wertvolle Synergien deutlich. Henzler spricht von
einer   "Win-Win-Win-Situation"   für   alle   Beteiligten   –   und   von   einer
hessischen Erfolgsgeschichte. 

 

Die Umicore AG & Co. KG vereint sechs Geschäftsbereiche am Standort Hanau. Mit einem einzigartigen Know-how in Werkstoffkunde, Chemie und Metallurgie  agiert  das  Unternehmen  mit  seiner  Tochter  SolviCore  erfolgreich  auf  dem  internationalen  Markt.  Hier  erhalten  die  Schülerinnen  und Schüler  Einblicke  in  den  Forschungsbereich  Brennstoffzellentechnologie  und  in  die  Elektrokatalysatorlabore.  Experten  stellen  die  Aktivitäten und  die  besondere  Arbeitsphilosophie  dieses weltweit  tätigen  Unternehmens vor.

Eine  Einführung  ins  Thema  gibt  die  Wissenschaftlerin  Prof.  Dr.  Birgit Scheppat,  Professorin  der  Hochschule  und  stellvertretende  Vorstandsvorsitzende   der   Wasserstoff-   und   Brennstoffzellen-Initiative   Hessen (H2BZ).  In  den  Laboren  des  Studienbereichs  Physikalische  Technik  experimentieren  die  Jungforscher  anschließend  drei  Tage  lang  in  Gruppen und entwickeln Forschungsideen zur Wasserstoff- und Brennstoffzelle.
 
Über  die  praktische  Anwendung  von  Brennstoffzellen  informiert  am  Mittwoch Dr. Stefan Berger im Opel Forschungszentrum für alternative Antriebe  in  Mainz-Kastel,  wo  das  revolutionäre  Elektroauto  Opel  Ampera sowie  der  emissionsfreie  Opel  HydroGen4  mit  Brennstoffzellenantrieb entwickelt wurden - Meilensteine der Mobilität mit einer zukunftsweisenden Technologie.

Das  Erfinderlabor  wird  seit  2005  vom  Zentrum  für  Chemie  mit  Sitz  in Bensheim  an  der  Bergstraße  organisiert.  Das  ZFC  möchte  das  Interesse für das Fach Chemie wecken, naturwissenschaftlich begabte Schülerinnen und  Schüler  gezielt  fördern  und  Lehrkräfte  bei  der  Gestaltung  eines  anschaulichen und berufsorientierten Unterrichts unterstützen.
 
Im August und im Oktober 2011 fanden bereits in Marburg und Darmstadt Erfinderlabore zur Nanotechnologie und zur Biotechnologie statt. 
 
http://www.z-f-c.de