Comeniusprojektschule
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2. Workshop: Besuch am Saints Peter and Paul Catholic College in Widnes/UK vom 3.-7.10.2011
„Healthy Eating and Lifestyles“ ist das Thema des laufenden Comenius-Projekts, mit dem sich Schülerinnen und Schüler am Max-Planck-Gymnasium Groß-Umstadt sowie an den Partnerschulen Liceo Morandi in Finale Emilia (Italien), Collège de Crussol in St. Péray (Frankreich) und Saints Peter and Paul Catholic College in Widnes (Großbritannien) beschäftigen.
Mit dem Comenius-Programm fördert die Europäische Gemeinschaft europaweit die Zusammenarbeit von Schulen, um jungen Menschen die Vielfalt europäischer Kulturen und Sprachen näherzubringen und damit Anreize zum Sprachenlernen zu schaffen sowie das interkulturelle Verständnis zu erweitern.
Nach dem 1. Workshop, der im Januar in Groß-Umstadt stattfand, stand vom 3.-7.10.2011 der 2. Workshop auf dem Plan, diesmal in Widnes (England), einer Stadt mit ca. 55.000 Einwohnern, 25 km östlich von Liverpool an der walisischen Grenze gelegen. Sechs der 18 Schülerinnen und Schüler, die derzeit am Comenius-Wahlunterricht des MPG teilnehmen, hatten die Gelegenheit, zusammen mit den Lehrkräften Tobias Storck und Iris Türke, fünf Tage lang in Gastfamilien das englische Schul- und Familienleben kennenzulernen.

Da in Widnes das Schuljahr gerade erst begonnen hatte und uns die Gastfamilienadressen deshalb erst in letzter Minute mitgeteilt wurden, war es für die sechs Mädchen eine Fahrt ins Ungewisse, denn außer den Namen wussten sie nichts über ihre Austauschpartnerinnen. Die anfängliche Nervosität auf beiden Seiten legte sich jedoch sehr schnell: Da die englischen Schüler, Eltern und Kollegen uns äußerst freundlich und offen empfingen, schmolz das Eis schnell und die Kontaktaufnahme gestaltete sich unkompliziert.
Während unsere Schülerinnen in den folgenden Tagen gemeinsam mit den Gastgeber-/innen und den Schülerinnen und Schülern aus Frankreich und Italien in der schuleigenen Küche ein englisches Menü kochten, in der Sporthalle eine „Mini-Olympiade“ (mit Handball, Cricket und Tennis) absolvierten, mit der mitreißenden (aber zugegebenermaßen unheimlich lauten) Sambaband trommelten, einigen Unterrichtsstunden beiwohnten und sogar am „Open Evening“ der Schule (Tag der offenen Tür) mitwirkten, arbeiteten die begleitenden Lehrkräfte aller Partnerschulen gemeinsam die weiteren Projektschritte und Aufgaben aus, die bis zum Treffen in Finale Emilia im Februar zu erarbeiten sind.
Ein Höhepunkt der Reise war sicherlich der gemeinsame Ausflug nach Liverpool mit einem Besuch im Beatles-Museum, einer Stadtrundfahrt und einer kurzen Shoppingtour. Allerdings war es auch spannend, die kulturellen Unterschiede v.a. im Schulleben wahrzunehmen. So war der Anblick von Schuluniformen zunächst ebenso ungewohnt wie die Morgenandacht, mit der an dieser (katholischen) Schule der Tag beginnt. Aber auch der Tagesablauf und das Fächerangebot unterscheiden sich erheblich von deutschen Schulen. Der reguläre Unterricht geht von 8:45 bis 15:00, danach gibt es zahlreiche „Clubs“, in denen man seine Interessen ausbauen kann (Musik, Sport, Theater, Werken, Fotografie, etc.). Das College verfügt über ein unglaublich vielfältiges Sportangebot mit ebenso großzügigen räumlichen Möglichkeiten – so gehören 2 Turnhallen, ein verspiegelter Tanzsaal und ein Fitnessraum ebenso dazu wie eine Tennishalle (!) und zahlreiche Außenanlagen. Ein „Drama Room“ bietet den Theatergruppen professionelle Ausstattung hinsichtlich Beleuchtung, Beschallung und Kulissen und neben dem Fach Kunst kann auch Textiles Werken oder Grafikdesign belegt werden. Es gab also viel Neues, Ungewohntes, Spannendes zu erfahren und zu entdecken.
Das Wichtigste für alle Beteiligten waren jedoch die neu geschmiedeten Kontakte und Freundschaften. Dass die Mädchen den letzten Tag lieber so lange wie möglich mit ihren neuen Freundinnen in Widnes verbringen wollten als früher abzureisen und sich noch ein bisschen Manchester anzuschauen, spricht für sich. Der Abschied nach diesen knapp fünf Tagen fiel entsprechend schwer und die vielfältigen Eindrücke dieser Fahrt werden sicherlich bei allen noch lange nachhallen.
Die bisherigen und künftigen Arbeitsergebnisse aller Partnerschulen sind übrigens (auf deutsch, englisch oder französisch) auf der gemeinsamen Projektwebsite zu lesen, die für Interessierten über die MPG- Schulhomepage zugänglich ist (Angebote und Wahlunterricht / Comeniusprojekt / Link zur Comeniuswebsite). Mitmachen können prinzipiell alle SuS' ab Jgst. 8, die bereit sind, sich durch kontinuierliche Mitarbeit im Wahlunterricht für das Thema zu engagieren.
Iris Türke und Elinor Waldmann
Groß-Umstadt/St. Péray.
St. Péray zeigt sich in weißem Outfit, als die beiden Lehrer der Max-Planck-Schule, StD Franz Zoth und Dr. Elinor Waldmann, in der französischen Partnerstadt Groß-Umstadts ankommen: Die schneebedeckte Landschaft ist ein ungewöhnlicher Anblick, so versichern die französischen Kollegen, die den ausländischen Gästen einen herzlichen Empfang bereiten, der in krassem Gegensatz zu den frostigen Außentemperaturen steht. Für Zoth und Waldmann ist dies nicht der erste Besuch in St. Péray, denn die MPS pflegt seit Jahrzehnten einen regelmäßigen Schüler-Austausch mit dem Collège Crussol und nimmt wie dieses bereits zum zweiten Mal an einem COMENIUS-Projekt teil. Diesmal gilt es, in Zusammenarbeit mit Kollegen aus vier Schulen in England, Italien, Polen und eben Frankreich ein neues Projekt dieser Art zu planen.
COMENIUS dient dem lebenslangen Lernen und wird von der europäischen Bildungskooperation seit 2007 gefördert. Mit COMENIUS soll die Zusammenarbeit von Schulen insbesondere des europäischen Wirtschaftsraums gefördert werden, um Jugendlichen Anreize zum Sprachenlernen und zum interkulturellen Austausch zu bieten und sie damit zugleich zu Toleranz und gegenseitigem Respekt zu erziehen, um nur einige der Ziele des Programms zu nennen.
Vom 12. bis 16. Januar 2010 saßen nun die Repräsentanten der verschiedenen Schulen zusammen und berieten über die Inhalte, die im Rahmen des neuen Projekts von den Schülern gemeinsam erarbeitet werden sollen. Unter dem Titel HEAL - healthy eating and lifestyles (gesundes Essen und gesunde Lebensführung) werden die Schüler jeweils in ihrem Land unter die Lupe nehmen, welche gesunden Gerichte sie mögen, ob und wie sie sich genügend Bewegung verschaffen, welche Angebote Schulkantine und –kiosk machen, welche Auswirkungen eine Diät haben kann, wie sich etwa Spitzensportler durch Ernährungsumstellung auf Wettkämpfe vorbereiten, aber auch welche Wege Lebensmittel und ihre Ingredienzien durch Europa zurücklegen, um „frisch auf den Tisch“ zu kommen. Zu solchen und ähnlichen Fragen werden die Schüler selbst Recherchen und Interviews durchführen, mit Fachleuten zusammenarbeiten, um schließlich ihre Ergebnisse ins Netz zu stellen und sich dort mit den Schülern der anderen Länder darüber austauschen zu können. Am Ende jedes Halbjahres, das gesamte Projekt erstreckt sich über zwei Jahre, steht ein gemeinsames Produkt, so etwa ein internationales Kochbuch mit leckeren und dennoch gesunden Rezepten, ein Brettspiel oder die Präsentation von landestypischen Sportarten.
Nicht zuletzt wird aber auch durch gegenseitige Besuche, die einmal im Halbjahr stattfinden werden, der persönliche Kontakt der Schüler und die gemeinsame Arbeit am Thema vor Ort dazu beitragen, dass sich die Jugendlichen persönlich kennen lernen und miteinander ins Gespräch kommen. Damit bietet das COMENIUS-Projekt an der MPS bereits einen Vorgeschmack auf das, was im späteren Berufsleben gang und gäbe sein wird: mit Kollegen aus anderen Ländern gemeinsam ein Projekt durchzuführen und sich mit ihnen in einer anderen als der eigenen Muttersprache zu verständigen.
So gestaltete sich auch die Planerrunde in St. Péray als ein buntes Sprachengemisch, das am Ende zu einem für alle zufrieden stellenden Ergebnis führte. Mit einem kompletten Programm in der Tasche und einigen zarten Setzlingen aus dem Schulgarten des Collège Crussol als Gastgeschenk im Koffer (!) traten die Teilnehmer der Planungsgruppe wieder den Heimweg an. Im Frühling wird sich zeigen, ob die Pflänzchen in Odenwälder Erde ebenso gedeihen, wie in ihrem französischen Mutterboden. (Dr. Elinor Waldmann)
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